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Wie verankern MedTech-Hersteller mit Design Controls die Produktkonformität von Anfang an, statt sie am Ende der Entwicklung nachzuweisen?

Wir richten den Design-Controls-Prozess nach ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3 und FDA 21 CFR Part 820.30 als durchgängige Steuerung ein: von User Needs und Design Inputs über Verifikation und Validierung bis zum Design Transfer in die Produktion. Der wesentliche Faktor ist selten ein einzelnes Dokument, sondern die fehlende Rückverfolgbarkeit: Wer die Traceability von der Anforderung bis zum Nachweis erst kurz vor der Zulassung rekonstruiert, baut das Design History File rückwärts nach, statt es zu führen.

  • MedTech
  • IVD

Überblick

Welche Design-Controls-Herausforderungen entstehen in der MedTech-Entwicklung?

Begleitung von User Needs bis Design Transfer · ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3, FDA 21 CFR Part 820.30, IEC 62366-1, ISO 14971

Zuletzt aktualisiert: 2026-06-13

Design Controls nach ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3 und FDA 21 CFR Part 820.30 sind kein dokumentarischer Nachbau am Ende der Entwicklung, sondern ein prozessuales Steuerungswerkzeug. In der Praxis sind sie häufig die strukturelle Schwachstelle, an der Entwicklungsprojekte vor der Zulassung hängenbleiben. Vier wiederkehrende Lücken:

  • Anforderungen werden nicht vollständig erfasst oder sind nicht rückverfolgbar zur Verifikation. Ohne durchgängige Traceability von User Needs über Design Inputs bis zum Nachweis lässt sich nach ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3 nicht belegen, dass jede Anforderung verifiziert ist.
  • Das Design History File ist unvollständig, inkonsistent oder nicht revisionssicher geführt. Nach FDA 21 CFR Part 820 muss es bei einer Inspektion vollständig vorliegen: Entwicklungsentscheidungen, Designänderungen, Reviews sowie Verifikations- und Validierungsprotokolle.
  • Design Reviews werden pro forma abgehalten, ohne echte Funktion zur Fehlerprävention. Ein Review an einem definierten Meilenstein ist nach ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3 ein Entscheidungs-Gate, kein nachträglich protokollierter Termin.
  • Der Design Transfer in die Produktion erfolgt ohne vollständige Qualifizierungsdokumentation. Fertigungsspezifikationen, Prozessqualifizierung und Freigabe müssen den Übergang von der Entwicklung in die Serie belegen, sonst entsteht eine Lücke zwischen verifiziertem Design und hergestelltem Produkt.

Leistungen

Wie wir Sie unterstützen

User Needs & Design Inputs

Strukturierte Erfassung der User Needs nach IEC 62366-1 und Überführung in vollständige, überprüfbare Design Inputs. Aufbau der Traceability Matrix von Anfang an, die jede Anforderung mit ihrem späteren Nachweis verknüpft.

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Design Reviews

Strukturierte Design Reviews an definierten Meilensteinen als Entscheidungs-Gates statt Pro-forma-Termine. Reviewprotokolle mit dokumentierten Maßnahmen und Freigabeentscheidung nach ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3.

Verifikation & Validierung

V&V-Pläne nach ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3 und FDA 21 CFR Part 820.30: Verifikation gegen die Design Inputs, Validierung gegen die User Needs, mit Verknüpfung jedes Protokolls zur Traceability Matrix.

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Design History File

Aufbau und revisionssichere Pflege des Design History File nach FDA 21 CFR Part 820 mit allen Designentscheidungen, Änderungen, Reviews sowie Verifikations- und Validierungsergebnissen, inspektionsbereit als ein zusammenhängendes Archiv.

Design Transfer

Übergabe der Entwicklungsergebnisse an die Produktion: Fertigungsspezifikationen, Prozessqualifizierung, Erstmusterprüfung und Freigabedokumentation, die den Übergang vom verifizierten Design zur Serienfertigung belegen.

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Risikomanagement-Anbindung

Verzahnung der Design Controls mit dem Risikomanagement nach ISO 14971, sodass identifizierte Risiken in Design Inputs und Verifikationsnachweise zurückwirken statt parallel geführt zu werden.

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Worauf es ankommt

Design Controls nach ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3 und FDA 21 CFR Part 820.30 sind keine Dokumentationspflicht, die am Ende abgearbeitet wird, sondern eine Steuerung mit fester Reihenfolge. User Needs werden in überprüfbare Design Inputs übersetzt. Aus den Inputs entstehen Design Outputs. Die Verifikation weist nach, dass die Outputs die Inputs erfüllen. Die Validierung weist am finalen Produkt nach, dass die User Needs erfüllt sind. Jedes dieser Glieder ist über die Traceability Matrix verknüpft. Wer eine Stufe überspringt oder erst spät dokumentiert, verliert die Rückverfolgbarkeit und damit den Nachweis, den ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3 für jede einzelne Anforderung verlangt.

Der wunde Punkt liegt deshalb selten in einem einzelnen Dokument, sondern im Zeitpunkt. Wird die Traceability von Anfang an mitgeführt und das Design History File nach FDA 21 CFR Part 820 laufend statt rückwärts aufgebaut, sind Reviews echte Entscheidungs-Gates und der Design Transfer in die Produktion ist die Fortsetzung eines verifizierten Designs statt eines nachträglichen Brückenschlags. Genau hier setzen wir an: Die Struktur entsteht früh, damit Korrekturen in der Entwicklung anfallen, wo sie günstig sind, und nicht in der Inspektion, wo sie teuer werden.

Unser Vorgehen

Unser Vorgehen

01

Design Inputs definieren

Vollständige, überprüfbare Design Inputs aus den User Needs abgeleitet; Traceability Matrix angelegt.

02

Design Outputs & Reviews

Design Outputs gegen die Inputs geprüft; Reviewprotokolle mit Freigabeentscheidung an den Meilensteinen.

03

Verifikation

Nachweis, dass die Design Outputs die Design Inputs erfüllen; Verifikationsprotokolle in der Traceability Matrix verknüpft.

04

Validierung

Nachweis am finalen Produkt, dass die User Needs erfüllt sind; Validierungsergebnisse dokumentiert.

05

Design History File

Vollständiges, revisionssicheres Entwicklungsarchiv nach FDA 21 CFR Part 820, inspektionsbereit.

06

Design Transfer

Entwicklungsergebnisse an die Produktion übergeben; Fertigungsspezifikationen und Freigabedokumentation vorhanden.

Typische Stolperfallen

Woran Projekte häufig scheitern

Die Traceability Matrix wird erst kurz vor der Zulassung aufgebaut.

Wird die Rückverfolgbarkeit von der Anforderung bis zum Nachweis nachträglich rekonstruiert, fehlen einzelne Glieder, und nach ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3 lässt sich nicht für jede Anforderung die Verifikation belegen.

Verifikation und Validierung werden verwechselt oder zusammengelegt.

Verifikation prüft das Design gegen die Design Inputs, Validierung das finale Produkt gegen die User Needs. Wer nur eines durchführt, hat eine der nach ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3 und FDA 21 CFR Part 820.30 verlangten Nachweisebenen offen.

Das Design History File wird als Sammelordner statt als geführtes Archiv behandelt.

Nach FDA 21 CFR Part 820 muss es bei einer Inspektion vollständig und revisionssicher vorliegen; lose abgelegte Protokolle ohne Versionsstand erzeugen Beanstandungen.

Design Reviews werden pro forma protokolliert.

Ein Review nach ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3 ist ein Entscheidungs-Gate mit dokumentierten Maßnahmen; ein nachträglich erstelltes Protokoll ohne nachvollziehbare Entscheidung erfüllt die Funktion zur Fehlerprävention nicht.

Der Design Transfer erfolgt ohne vollständige Qualifizierung der Produktionsprozesse.

Fehlen Fertigungsspezifikationen oder Prozessqualifizierung, entsteht eine Lücke zwischen verifiziertem Design und hergestelltem Produkt, die in der Serie zu Abweichungen führt.

FAQ

Häufige Fragen

Design Controls sind ein strukturiertes System zur Steuerung und Dokumentation der Entwicklung von Medizinprodukten. ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3 und FDA 21 CFR Part 820.30 verlangen sie. Ziel ist der Nachweis, dass das fertige Produkt alle Anforderungen erfüllt, von den User Needs bis zur Verifikation.

Quellen
  • ISO 13485:2016: Qualitätsmanagementsysteme für Medizinprodukte, Abschnitt 7.3 (Entwicklung)
  • FDA 21 CFR Part 820: Quality System Regulation, § 820.30 (Design Controls)
  • IEC 62366-1:2015: Medizinprodukte, Anwendung der Gebrauchstauglichkeit
  • ISO 14971: Anwendung des Risikomanagements auf Medizinprodukte
  • Verordnung (EU) 2017/745 (MDR), Primärtext
  • https://theentourage.de/expertise/design-controls/ (bestehender Seiteninhalt, überarbeitet)

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Berücksichtigte Verordnungen & Normen

  • ISO 13485:2016 Abschnitt 7.3 (Entwicklung von Medizinprodukten / Design Controls)
  • FDA 21 CFR Part 820.30 (Design Controls)
  • FDA 21 CFR Part 820 (Quality System Regulation, inkl. Design History File)
  • EU 2017/745 (MDR)
  • IEC 62366-1:2015 (Gebrauchstauglichkeit / Usability Engineering)
  • ISO 14971 (Anwendung des Risikomanagements auf Medizinprodukte)

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