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Wie validieren Hersteller ihre Herstellprozesse GMP-konform über IQ, OQ und PQ?

Wir begleiten Pharma-, Biotech- und MedTech-Hersteller durch die vollständige Prozessvalidierung, von der risikobasierten Validierungsstrategie über Installation, Operational und Performance Qualification bis zum abgeschlossenen Validierungsbericht und der laufenden Prozessverifizierung. Die kritische Weiche ist selten die Qualifizierung selbst, sondern die Reihenfolge: Wer die kritischen Prozessparameter und Akzeptanzkriterien vor der PQ festlegt statt sie aus den Batch-Daten abzuleiten, vermeidet die Wiederholungsläufe, die ein Validierungsprojekt um Monate verlängern.

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Überblick

Welche Anforderungen stellt die GMP- und MedTech-Regulatorik an die Prozessvalidierung?

Validierung kritischer Herstellprozesse über IQ/OQ/PQ und CPV · EU-GMP, ICH Q7, ISO 13485:2016

Zuletzt aktualisiert: 2026-06-13

Prozessvalidierung ist der dokumentierte Nachweis, dass ein Herstellprozess reproduzierbar ein Produkt liefert, das den vordefinierten Spezifikationen und Qualitätsattributen entspricht. Sie ist keine optionale Kür, sondern regulatorische Pflicht. Die Hebel, an denen Validierungsprojekte am häufigsten hängenbleiben:

  • Der EU-GMP-Leitfaden, Annex 15 verlangt einen dokumentierten, risikobasierten Validierungsansatz mit Qualifizierung von Anlagen und Ausrüstung (IQ/OQ/PQ) und der Validierung des Herstellprozesses selbst; die kritischen Prozessparameter und Akzeptanzkriterien sind vorab festzulegen.
  • Für Wirkstoffe konkretisiert ICH Q7 die Validierungsanforderungen entlang des Herstellprozesses; das Quality Risk Management nach ICH Q9 steuert dabei Validierungsumfang und -tiefe.
  • ISO 13485:2016 fordert die Validierung von Prozessen, deren Ergebnis nicht vollständig durch nachgelagerte Überwachung oder End-of-Line-Prüfung verifiziert werden kann, mit definierten Akzeptanzkriterien, Methoden und Aufzeichnungen.
  • Das FDA-Prozessvalidierungsmodell (2011) gliedert die Validierung in drei Stufen: Process Design, Process Qualification und Continued Process Verification. Validierung endet damit nicht mit der erfolgreichen PQ, sondern wird zum laufenden Nachweis der Prozessbeherrschung.

Leistungen

Wie wir Sie unterstützen

Validierungsstrategie & Masterplan

Risikobasierte Festlegung, welche Prozesse kritisch sind und welche Validierungstiefe sie erfordern, dokumentiert in einem Validierungsmasterplan (VMP) für das Produktionsumfeld nach EU-GMP, Annex 15 und ICH Q9.

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IQ, OQ und PQ: vollständige Umsetzung

Erstellung und Durchführung der Protokolle für Installation Qualification (korrekte Installation), Operational Qualification (Funktion unter definierten Bedingungen) und Performance Qualification (Konsistenz unter Produktionsbedingungen) inklusive der zugehörigen Qualifizierungsberichte.

Continued Process Verification (CPV)

Aufbau eines CPV-Programms nach dem FDA-Prozessvalidierungsmodell und ICH Q10 mit statistischer Prozesskontrolle (SPC), Trending kritischer Parameter und Jahresreport zum Nachweis anhaltender Prozessbeherrschung nach der PQ.

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Revalidierungs- & Impact-Assessment

Bewertung von Prozessänderungen auf den Validierungsstatus mit Festlegung des erforderlichen Revalidierungsumfangs sowie Gap-Analyse veralteter Validierungspakete mit priorisiertem Remediationsplan.

Sterile Prozesse & Reinraum-Qualifizierung

Validierung steriler Herstellprozesse als Spezialfall, abgestimmt auf die Anforderungen an aseptische Verfahren und Umgebungsbedingungen entlang von EU-GMP, Annex 15.

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Worauf es ankommt

Prozessvalidierung scheitert selten an einer einzelnen Stufe, sondern an deren Reihenfolge. Der EU-GMP-Leitfaden, Annex 15 und das FDA-Modell verlangen, die kritischen Prozessparameter und Akzeptanzkriterien vor Beginn der Qualifizierung festzulegen. Wer sie stattdessen aus den Messwerten der PQ-Chargen ableitet, dreht die Logik um: Aus dem Nachweis wird eine nachträgliche Beschreibung dessen, was der Prozess ohnehin getan hat. Genau diese Umkehr ist der häufigste Grund, warum PQ-Läufe wiederholt werden müssen und Inspektoren den validierten Status anzweifeln. IQ und OQ sind dabei die Vorbedingung der PQ, denn eine Performance Qualification auf nicht qualifizierter Ausrüstung trägt keinen belastbaren Nachweis.

Der zweite Engpass liegt nach der erfolgreichen PQ. Mit dem FDA-Prozessvalidierungsmodell und ICH Q10 endet Validierung nicht mit dem Validierungsbericht, sondern geht in die Continued Process Verification über. Ohne laufende statistische Prozesskontrolle bleibt eine Prozessdrift unsichtbar, bis sie als OOS-Ergebnis oder Chargenausfall auftritt, und dann ist die Korrektur teuer. Und jede spätere Prozessänderung trifft auf denselben Mechanismus: Ohne ein Impact-Assessment im Change-Management bleibt offen, welcher Revalidierungsumfang ausgelöst wird, und es wächst ein Validierungsrückstand, der im nächsten Audit sichtbar wird. Wir setzen den Aufwand deshalb nach vorne, in Strategie, Parameter und Akzeptanzkriterien, wo Korrekturen günstig sind, statt in die wiederholte PQ, wo sie das Projekt verschieben.

Unser Vorgehen

Unser Vorgehen

01

Validierungsstrategie & Risikobewertung

Validierungsmasterplan mit risikobasierter Priorisierung der kritischen Prozesse und festgelegter Validierungstiefe nach ICH Q9.

02

Festlegung kritischer Parameter & Akzeptanzkriterien

Dokumentierte kritische Prozessparameter und Qualitätsattribute mit vorab definierten Akzeptanzkriterien, festgelegt vor Beginn der Qualifizierung.

03

IQ & OQ

Qualifizierte Installation und Funktion der Anlagen unter definierten Bedingungen, vollständig protokolliert und berichtet.

04

PQ / Performance Qualification

Nachweis der reproduzierbaren Prozessleistung über aufeinanderfolgende Chargen mit wissenschaftlich begründetem Stichprobenumfang.

05

Validierungsbericht

Abgeschlossener Prozessvalidierungsbericht mit Bewertung von Abweichungen und Freigabeempfehlung.

06

Continued Process Verification

Laufendes CPV-Monitoring mit SPC und Trending, das frühzeitig auf Drifts hinweist und den validierten Status erhält.

Typische Stolperfallen

Woran Projekte häufig scheitern

Akzeptanzkriterien werden erst aus den PQ-Batch-Daten abgeleitet statt vorab festgelegt.

Annex 15 und das FDA-Modell verlangen vordefinierte Kriterien; wer sie nachträglich an die Messwerte anpasst, verliert den Nachweischarakter der Validierung und provoziert Inspektions-Findings.

Die Anzahl der PQ-Chargen wird ohne Begründung auf drei gesetzt.

Es gibt keine verpflichtende Mindestzahl; der Umfang muss statistisch ausreichen und wissenschaftlich begründet sein. FDA- und EMA-Inspektoren erwarten eine Herleitung aus Prozessrisiko und -variabilität, nicht eine Faustregel.

Continued Process Verification wird als Abschlussdokument behandelt statt als laufendes Programm.

Nach dem FDA-Prozessvalidierungsmodell und ICH Q10 ist CPV der dauerhafte Nachweis der Prozessbeherrschung; ohne SPC und Trending fehlt die Frühwarnung bei Prozessdrifts.

Prozessänderungen laufen ohne Impact-Assessment auf den Validierungsstatus.

Ohne Anbindung an das Change-Management bleibt unklar, welche Änderung welchen Revalidierungsumfang auslöst, und es entsteht ein Validierungsrückstand, der im Audit auffällt.

Die PQ-Terminologie wird mit der FDA-Stufe vermischt.

PQ ist der GMP-/ISO-Begriff für die dritte Qualifizierungsstufe; PPQ (Process Performance Qualification) ist der FDA-spezifische Begriff aus der Guidance von 2011. Wer beide unscharf verwendet, erzeugt Lücken in Protokoll und Bericht.

FAQ

Häufige Fragen

Prozessvalidierung ist der dokumentierte Nachweis, dass ein Herstellprozess reproduzierbar ein Produkt liefert, das vordefinierten Spezifikationen und Qualitätsattributen entspricht. Sie ist nach EU-GMP, Annex 15 und für Medizinprodukte nach ISO 13485:2016 gefordert und gibt der Behörde Sicherheit, dass jede Charge kontrolliert und konsistent hergestellt wird.

Quellen
  • EU-GMP-Leitfaden, Annex 15 (Qualifizierung und Validierung), Primärtext
  • ICH Q7, Q8, Q9, Q10 (ICH-Leitlinien)
  • FDA Guidance for Industry: Process Validation, General Principles and Practices (2011)
  • ISO 13485:2016 (Qualitätsmanagementsysteme für Medizinprodukte)
  • Writer-Material Prozessvalidierung (Entourage, 2026-03-30)
  • https://theentourage.de/quality-management-operational-excellence/prozessvalidierung/ (bestehender Seiteninhalt, überarbeitet)

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Berücksichtigte Verordnungen & Normen

  • EU-GMP-Leitfaden, Annex 15 (Qualifizierung und Validierung)
  • ICH Q7 (Gute Herstellungspraxis für Wirkstoffe)
  • ICH Q8 (Pharmaceutical Development)
  • ICH Q9 (Quality Risk Management)
  • ICH Q10 (Pharmaceutical Quality System)
  • FDA Guidance for Industry: Process Validation, General Principles and Practices (2011)
  • ISO 13485:2016 (QM-System für Medizinprodukte)

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