Welche klinischen Daten reichen für Ihre MDR-Klasse wirklich aus, damit der Clinical Evaluation Report das Review der Benannten Stelle besteht?
Die klinische Bewertung ist nach Art. 61 der Verordnung (EU) 2017/745 (MDR) Voraussetzung für jedes Medizinprodukt mit CE-Kennzeichnung. Wir erstellen den Clinical Evaluation Report (CER) entlang des fünfstufigen Zyklus der MEDDEV 2.7/1 Rev. 4: Planung, Datenidentifikation, Bewertung, Analyse, Bericht. Der häufigste Grund für Beanstandungen ist nicht fehlende Evidenz, sondern eine Äquivalenzbegründung, die ohne Zugang zur Technischen Dokumentation des Vergleichsprodukts nicht trägt.
- MedTech
Überblick
Welche Anforderungen stellt die MDR an die klinische Bewertung?
CER-Erstellung entlang des fünfstufigen Zyklus der MEDDEV 2.7/1 Rev. 4 · MDR (EU) 2017/745, MDCG 2020-13
Zuletzt aktualisiert: 2026-06-13
Unter der Verordnung (EU) 2017/745 (MDR) haben sich die Anforderungen an Äquivalenznachweis und Literaturbewertung gegenüber der MDD 93/42/EWG deutlich verschärft. Vier Punkte, an denen Clinical Evaluation Reports im Review der Benannten Stelle am häufigsten scheitern:
- Datenakzeptanz: Welche klinischen Daten (eigene Prüfungen, Literatur, Post-Market-Daten) die Benannte Stelle für das jeweilige Risikoprofil anerkennt, hängt von der Produktklasse nach MDR ab und ist im Clinical Evaluation Plan vorab zu begründen.
- Äquivalenz: Der Äquivalenzweg verlangt nach Art. 61 und Anhang XIV der MDR den Nachweis klinischer, technischer und biologischer Vergleichbarkeit und setzt in der Regel Zugang zur Technischen Dokumentation des Vergleichsprodukts voraus, eine Hürde, die unter der MDD nicht in dieser Form bestand.
- Literatur-Methodik: Die systematische Literaturrecherche muss nach einer dokumentierten Datenbank- und Suchstrategie erfolgen, damit Selektions-Bias ausgeschlossen und der Level of Evidence nachvollziehbar bewertet wird.
- Schnittstellen: Der CER ist nach Anhang XIV der MDR mit dem PMS-Plan nach Art. 83–86 und dem Post-Market Clinical Follow-up (PMCF) zu verzahnen; eine fehlende Rückkopplung führt zu Beanstandungen im Überwachungsaudit.
Leistungen
Wie wir Sie unterstützen
Clinical Evaluation Plan (CEP)
Erstellung des Clinical Evaluation Plan als Grundlage der systematischen Bewertung: Definition des Scope, Festlegung der Äquivalenzstrategie, Suchstrategie sowie der Akzeptanzkriterien für klinische Sicherheit und Leistung. Deliverable ist ein freigegebener CEP, der den Prüfrahmen für den späteren CER vorgibt.
Systematische Literaturrecherche
Vollständige Datenbankrecherche nach dem im CEP festgelegten Protokoll mit dokumentierter Suchstrategie. Deliverable ist ein nachvollziehbares Suchprotokoll mit Ein- und Ausschlussbegründung, Level-of-Evidence-Bewertung und strukturierter Extraktion der relevanten Publikationen.
Clinical Evaluation Report (CER)
CER-Erstellung nach MEDDEV 2.7/1 Rev. 4 sowie Art. 61 und Anhang XIV der MDR. Deliverable ist ein audit-fester Bericht mit Produktbeschreibung, Äquivalenzargumentation, klinischer Evidenzsynthese und Restrisiko-Bewertung, abgestimmt mit dem Risikomanagement.
SSCP & PMCF-Verzahnung
Erstellung der Summary of Safety and Clinical Performance (SSCP) für implantierbare und Klasse-III-Produkte sowie Aufbau der Rückkopplung zwischen CER, PMS-Plan nach Art. 83–86 und PMCF gemäß MDCG 2020-13. Deliverable ist ein aktualisierungsfähiger CER mit definierten PMCF-Datenquellen.
Wie wir zusammenarbeiten
Worauf es ankommt
Die klinische Bewertung nach Art. 61 der MDR ist kein einzelnes Dokument, sondern ein Zyklus, dessen Reihenfolge über das Ergebnis entscheidet. Am Anfang steht der Clinical Evaluation Plan: Erst wenn Scope, Äquivalenzstrategie und Akzeptanzkriterien festliegen, ist die systematische Literaturrecherche ergebnisoffen und die spätere Bewertung belastbar. Wer den Plan überspringt und direkt den Clinical Evaluation Report schreibt, formuliert die Kriterien rückwirkend, und genau das fällt im Review der Benannten Stelle auf. Der zweite kritische Punkt ist die Äquivalenz: Sie ist der schnellste Weg zur Evidenz, aber unter der MDR der fragilste, weil der Nachweis ohne Zugang zur Technischen Dokumentation des Vergleichsprodukts in der Regel nicht trägt.
Der eigentliche Engpass liegt früher, als die meisten Projekte ihn einplanen. Stellt sich erst beim Schreiben des CER heraus, dass die Literaturdaten Lücken gegenüber den geforderten Sicherheits- und Leistungszielen aufweisen und kein geeignetes Äquivalenzprodukt existiert, bleibt nur die eigene klinische Prüfung, und dafür fehlt dann die Zeit. Deshalb klären wir den Evidenzbedarf im CEP, bevor die Recherche startet, und verzahnen den CER von Beginn an mit PMS nach Art. 83–86 und PMCF nach Anhang XIV. So wird die klinische Bewertung zu einem aktualisierungsfähigen System statt zu einem Dokument, das im nächsten Überwachungsaudit erneut zur Lücke wird.
Unser Vorgehen
Unser Vorgehen
Schritt
Ergebnis
Scoping & Clinical Evaluation Plan
Freigegebener CEP mit Scope, Äquivalenzstrategie, Suchstrategie und Akzeptanzkriterien als Prüfrahmen.
Datenidentifikation
Dokumentierte Datenbankrecherche und identifizierte klinische Datenquellen aus Literatur, eigenen Prüfungen und Post-Market-Daten.
Bewertung
Level-of-Evidence-Bewertung der Daten und methodisch begründete Äquivalenzargumentation.
Analyse
Evidenzsynthese gegen die Akzeptanzkriterien, Abgleich mit dem Risikomanagement und Restrisiko-Bewertung.
Bericht & Schnittstellen
Audit-fester CER nach MEDDEV 2.7/1 Rev. 4, verzahnt mit PMS-Plan und PMCF, bei Bedarf inklusive SSCP.
Typische Stolperfallen
Woran Projekte häufig scheitern
Die Äquivalenz wird ohne Zugang zur Technischen Dokumentation des Vergleichsprodukts behauptet.
Art. 61 und Anhang XIV der MDR verlangen den Nachweis klinischer, technischer und biologischer Vergleichbarkeit; ein reiner Verweis auf öffentlich verfügbare Daten genügt der Benannten Stelle nicht.
Die Literaturrecherche wird ohne vorab freigegebenes Suchprotokoll durchgeführt.
Ohne dokumentierte Datenbank- und Suchstrategie lässt sich Selektions-Bias nicht ausschließen, und der Level of Evidence der eingeschlossenen Publikationen ist im Review nicht nachvollziehbar.
Der CEP fehlt oder wird nachträglich an den CER angepasst.
Die Akzeptanzkriterien für Sicherheit und Leistung müssen vor der Bewertung feststehen; werden sie rückwirkend formuliert, ist die Bewertung nicht ergebnisoffen und fällt im Audit auf.
Der CER wird als einmaliges Dokument behandelt.
Anhang XIV der MDR fordert die kontinuierliche Aktualisierung mit neuen PMS- und PMCF-Daten; ohne diese Rückkopplung entsteht eine Lücke, die im Überwachungsaudit beanstandet wird.
Die klinische Bewertung wird zu spät gestartet.
Reicht die vorhandene Evidenz nicht aus und ist der Äquivalenzweg versperrt, fehlt die Zeit für eigene klinische Daten. Das ist der häufigste Grund für gravierende Verzögerungen im MDR-Zertifizierungsprozess.
FAQ
Häufige Fragen
Quellen
- Verordnung (EU) 2017/745 (MDR), Primärtext: Art. 61, Art. 83–86, Anhang XIV
- MEDDEV 2.7/1 Rev. 4, Clinical Evaluation: A Guide for Manufacturers and Notified Bodies under Directives 93/42/EEC and 90/385/EEC
- MDCG 2020-13, Clinical Evaluation Assessment Report Template
- https://theentourage.de/clinical-medical-affairs/klinische-bewertung-mdr-meddev/ (bestehender Seiteninhalt, überarbeitet)
Life Science Journal
Regulatorische Updates, direkt ins Postfach.
Neue Anforderungen, Behördenentscheidungen und Praxishinweise. Einmal monatlich, jederzeit abbestellbar.
Referenzprojekte
Wie das in der Praxis aussieht
Passende Insights
Alle Insights →Berücksichtigte Verordnungen & Normen
- Verordnung (EU) 2017/745 (MDR)
- MDR Art. 61 (Klinische Bewertung)
- MDR Anhang XIV (Klinische Bewertung und PMCF)
- MDR Art. 83–86 (Post-Market Surveillance)
- MEDDEV 2.7/1 Rev. 4 (Clinical Evaluation)
- MDCG 2020-13 (Clinical Evaluation Assessment Report Template)
- MDD 93/42/EWG (Vorgängerrichtlinie)
Angrenzende Themen
MDR Consulting →
Übergeordnete CE-Kennzeichnung und Erfüllung der GSPR nach EU 2017/745
Post-Market Surveillance →
PMS-Daten nach MDR Art. 83–86 als Input für den CER-Zyklus
Performance Evaluation (IVD) →
Das Pendant der Leistungsbewertung für In-vitro-Diagnostika nach IVDR
Risikomanagement →
Restrisiko-Bewertung nach ISO 14971 als Eingang in den CER
Dazu ein konkretes Vorhaben?
Schildern Sie uns kurz Ihre Ausgangslage. Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung, in der Regel innerhalb eines Werktags.
Lieber direkt? +49 89 4161170-0
info@theentourage.de
- Antwort i.d.R. innerhalb eines Werktags
- 4 Standorte: DE · CH · IT · US
- 100% Life Sciences


